
America – here I come!
Mein Name ist Christopher Staudigl, ich bin 20 Jahre alt und habe vor ungefähr einem Jahr die Entscheidung getroffen, nach meinem Schulabschluss ein Auslandsjahr in Amerika zu machen. Eine Entscheidung, die unglaublich viele Erlebnisse und Erfahrungen mit sich brachte.
Nach erfolgreichem Abschluss der Handelsakademie Baden war ich gezwungen, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen. Ein Besuch der Wirtschaftsuniversität oder Fachhochschule war naheliegend. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, nach meiner langen Schulzeit eine Auszeit zu brauchen.
Es war mehr Zufall als Plan, dass ich eine Broschüre las, in der ich zum ersten Mal von der Möglichkeit erfuhr, als Au Pair nach Amerika zu gehen. Da ich bedingt durch die Berufstätigkeit meiner Eltern oft auf meine kleine Schwester aufpasse, war es für mich nicht abwegig, den Job als „Kindermädchen“ in Betracht zu ziehen. Kurz entschlossen rief ich daher bei Cultural Care Au Pair an und vereinbarte einen Termin.
Mein erstes Gespräch war sehr vielversprechend, und nach einem Vorstellungstermin, bei dem auch meine Englischkenntnisse getestet wurden, war ich schließlich offizieller Aupair-Anwärter.
Die meisten Familien in Amerika, die an dem Programm teilnehmen, suchen für die Betreuung ihrer Kinder ein Mädchen, allerdings gibt es mittlerweile auch schon einige Familien, vor allem Eltern mit kleinen Söhnen, die sich für einen Jungen als Au Pair entscheiden. Genau so eine habe ich mit etwas Glück bereits nach sehr kurzer Zeit gefunden.
Mein Flug nach Amerika und der damit verbundene Abschied von meiner eigenen Familie waren sehr emotionale, gleichzeitig aber auch aufregende Momente. Der Moment meiner abendlichen Ankunft in NY war für mich wirklich irreal. Von dort ging es mit dem Taxi direkt zu einer einwöchigen Einschulung auf die Aupairschule nach Long Island.
Nach dieser Woche stand die Begegnung mit meiner Hostfamily an, die in der Nähe von Manhattan zu Hause ist. Meine Aufregung war groß – immerhin kannte ich sie bisher nur aus kurzen Telefonaten und Mails. Meine Sorgen waren allerdings unbegründet: Schon nach kurzer Zeit war ich in die Familie integriert und kam trotz kultureller Unterschiede sehr gut mit allen aus. Fünf Tage die Woche hatte ich den 12-Jährigen Frank zu betreuen, meistens eine Stunde in der Früh und dann von 15.00 bis 19.00 Uhr. Als Gegenleistung dafür bekam ich von meiner Aupair-Familie 180 Dollar die Woche, Kost, Logis und ein eigenes Auto zur Verfügung gestellt.
Bedingt durch die große Entfernung und die neuen Lebensumstände spielte Heimweh auch für mich eine Rolle, aber durch die große Aupairgemeinschaft und moderne Kommunikationsmittel, mit deren Hilfe man sehr gut mit Freunden und Familie aus dem eigenen Land in Kontakt bleiben kann, wurde es mir leicht gemacht, dieses zu überwinden. Sogar meine Großeltern haben mittlerweile einen Internet-PC und einen eigenen Skype- und Facebook-Zugang.
Ein Jahr in einem anderen Land zu leben, gibt einem die Möglichkeit, dieses nicht mehr aus der Sicht eines Touristen, sondern viel mehr schon aus der Sicht eines Einheimischen zu sehen.
Durch meine sozialen Kontakte, die ich innerhalb des Jahres aufgebaut habe, durch all die Menschen, Orte und Dinge, die ich kennengelernt habe, wurde ich plötzlich Teil dieses Amerikas und seiner Kultur. Es war eine wunderschöne, sehr lehrreiche und unbeschwerte Zeit voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse. Ich machte Urlaub in Kalifornien, besichtigte Washington und Florida und besuchte im Rahmen meines Programms das Manhattanville College.
Weitere Höhepunkte waren der Kurzbesuch meiner Familie in NY sowie der meiner besten Freunde, welchen ich dann stolz meinen neuen Lebensbereich zeigen konnte.
Durch den langen Aufenthalt in einem anderen Land, lernt man erst wirklich das zu schätzen, was man hinter sich gelassen hat. Deshalb bleiben meine Heimkehr und das Wiedersehen mit meinen Freunden und meiner Familie auch unvergesslich schöne Momente.
Nach dem Jahr bin ich fest davon überzeugt, das Richtige gemacht zu haben. Die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, all die neuen Freundschaften, die ich geschlossen habe, und nicht zuletzt meine nunmehr nahezu perfekten Englischkenntnisse sind Dinge, die ich in einem „normalen“ Schul- bzw. Studienjahr nie erlangt hätte. Und mit meiner Gastfamilie werde ich auf alle Fälle in Kontakt bleiben – ein baldiges Wiedersehen ist schon geplant!
Informationen zum Austauschprogramm:
www.culturalcare.at