Sitzenbleiber oder Aufsteiger?

Was früher noch ein ganzes Jahr und die Klassenkameraden gekostet hat, muss heute kein Hindernis mehr beim Aufstieg ins nächste Schuljahr darstellen: Das „Nicht genügend“ ist aufstiegsfähig geworden.
Drei oder mehr Fünfer im Jahreszeugnis sind nach wie vor ein Garant für ein Wiederholungsjahr. Für all diejenigen, die sich nur ein „Nicht genügend“ eingehandelt haben, besteht allerdings die Möglichkeit, sogar ohne Wiederholungsprüfung aufzusteigen.

Zur Aufstiegsklausel

Hat ein Schüler ein „Nicht genügend“ im Zeugnis, so entscheidet zu Schuljahresende die Klassenkonferenz, die aus allen LehrerInnen besteht, die den Schüler in einem Pflichtgegenstand unterrichtet haben, ob dieser ohne Wiederholungsprüfung in die nächste Schulstufe aufsteigen darf.

Laut § 25 Schulunterrichtsgesetz ist eine Anwendung der Aufstiegsklausel möglich, wenn:
  • der Schüler nicht schon im Jahreszeugnis des vorangegangenen Schuljahres in demselben Pflichtfach negativ beurteilt worden ist.
  • der negativ beurteilte Pflichtgegenstand in einer höheren Schulstufe lehrplanmäßig vorgesehen ist (Ausnahme: Berufsschulen).
  • die Klassenkonferenz zum Ergebnis kommt, dass der Schüler in der Lage ist, den Rückstand in der nächsten Schulstufe aufzuholen.
Entscheidet die Klassenkonferenz gegen die Aufstiegsklausel, so muss zur Wiederholungsprüfung angetreten werden.
HauptschülerInnen können mit einem „Nicht genügend“ in einem leistungsdifferenzierten Pflichtgegenstand in die nächste Schulstufe aufsteigen. In diesem Fall starten sie im neuen Schuljahr in der nächstniedrigeren Leistungsgruppe.
 
 
Tipp

Auch wenn die Aufstiegsklausel zur Anwendung kommt, sollte auf die Möglichkeit der Wiederholungsprüfung zu Schulbeginn auf keinen Fall verzichtet werden. Wird diese positiv absolviert, so kann die Aufstiegsklausel im neuen Schuljahr in demselben Pflichtgegenstand Anwendung finden.

2 x 5 = ?

Enthält das Jahreszeugnis zwei „Nicht genügend“, so müssen zu Beginn des neuen Schuljahres zwei Wiederholungsprüfungen abgelegt werden. Wird nur eine Prüfung bestanden, so entscheidet die Klassenkonferenz über Anwendung der Aufstiegsklausel im negativ beurteilten Pflichtfach.

Last but not least kann bei ungerechter Benotung auch Einspruch gegen ein „Nicht genügend“ erhoben werden. Dieser kann innerhalb von fünf Tagen nach Erhalt der Entscheidung der Klassenkonferenz schriftlich oder per Fax bei der Schule eingebracht werden. Bei stichfesten Beweisen kann die Berufung durchaus erfolgreich verlaufen.